Andree Buchmann
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Haute Qualité Environnementale/Ville durable :

Action trinationale (Rhin supérieur)
Europe et Environnement
Intervention devant le réseau européen EQAR à la BAUMA de Munich, 26 avril 2007 (deutsch)
Intervention devant le réseau européen EQAR à la BAUMA de Munich (français)
Intervention lors des 3 heures de l'écologie sur l'urbanisme écologique
Intervention sur la HQE au Conseil Régional.
Andrée Buchmann et Dominique Voynet à Fribourg-en-Brisgau (15 décembre 2006)
Lien vers le compte-rendu de la réunion "Penser et bâtir économe: de la maison, au quartier, à la ville".
Intervention d'Andrée Buchmann au Conseil Régional, sur la politique de l'habitat (juin 2005)
Publications d'Andrée Buchmann



Intervention devant le réseau européen EQAR à la BAUMA de Munich, 26 avril 2007 (deutsch)

INTERVENTION D’ANDREE BUCHMANN

BAUMA – Munich – 26 avril 2007

Internationaler Tag des Baustoff-Recyclings



Sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrter Präsident, liebe Freunde,


gestatten Sie mir zunächst, mich herzlich für Ihre Einladung zur Teilnahme an den Arbeiten der EQAR bedanken.

Des Weiteren möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es mir eine große Ehre ist, nach Herrn Professor Klaus Töpfer das Rednerpult betreten zu dürfen.

Ich hatte bereits das Vergnügen, ihm beim Weltgipfeltreffen zur nachhaltigen Entwicklung in Johannesburg im September 2002 zu begegnen, ebenso wie bei den Tagungen, die diesem vorbereitend voraus gingen.

Und es ist zweifelsfrei festzustellen, dass sowohl die Qualität als auch der Gehalt seiner Rede beweist – falls es denn zu beweisen galt – dass seine Sachkenntnis und Analyse in Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung unentbehrlich bei der Behandlung dieses Thema sind.

Bleiben wir bei der nachhaltigen Entwicklung.

Es wird immer verstärkter unter ihrem Namen geforscht, in Laboren, die ihr gewidmet sind, die Forscher aus den verschiedensten Bereichen zur Zusammenarbeit einladen.

Eben erst, um sich innovative Lösungen für die Umweltprobleme vorzustellen, dann schon, um geeignete Indikatoren abzuliefern, die zu klaren Entscheidungen führen.

Somit scheint die nachhaltige Entwicklung auszudrücken, dass der Fortschritt des Wissens nur dann seine Versprechen halten kann, wenn er dauerhafte Lösungen zu konkreten Problemen anzubieten weiß.

Dieses Bürgerbewusstsein hat sich inzwischen auch in Frankreich sehr stark durchgesetzt.

Leider ist das politische Bewusstsein wiederum eine ganz andere Sache.

Es hat sicherlich eine lange Weile gedauert, bis die Frage zum Umweltschutz in unserem Lande an Bedeutung gewann. Dies hat kulturelle Aspekte zur Ursache, diese Verspätung hängt aber auch und vor allem mit der Organisation des Staates und der Vertretung des Volkes zusammen; es ist überaus schwierig, Vertreter aus den ökologischen Parteien in den politischen Versammlungen unterzubringen.

Somit entsprechen die gewählten Versammlungen in Frankreich nicht der Vielfalt des Landes.

Hinzu kommt, dass das Fehlen eines Status’ bei den französischen Abgeordneten dazu führt, dass sich vor allem nur Beamte beziehungsweise Beschäftigte großer Unternehmen einer politischen Karriere widmen können, da sie mit einem sehr schützenden Status ausgestattet sind.

In diesem Zusammenhang ist die Emergenz andersartigen Denkens ausgeschlossen. Alles, was nicht aus dem öffentlichen Bereich stammt, scheint suspekt. Und die Innovation verliert den Mut.

Was das Unternehmen und das Firmenimage angeht, so ist die Karikatur des dicken Firmenchefs mit Zigarre, der auf ausgehungerten Arbeitern sitzt, noch allgegenwärtig in den Köpfen vieler politisch Verantwortlicher, die zumeist aus der Beamtenschaft stammen.

Nebenbei bemerkt: Es ist in Frankreich schwierig, den Unterschied zwischen einem Unternehmer aus kleinem oder mittlerem Betrieb und dem Chef einer der 40 führenden französischen Aktiengesellschaften begreiflich zu machen, der überzahlt wird und sich schon längst mit einem „golden parachute“ ausgestattet hat, der aus einem exorbitanten Betrag besteht.

Gleichwohl ist seit den letzten zehn Jahren zu beobachten, dass immer häufiger ökologische Aspekte an Bedeutung gewinnen, nicht zuletzt auch angestoßen durch die wenigen Abgeordneten der Grünen. Dies hat auch einen neuen Impuls im Baugewerbe gegeben, angefangen bei der Industrie bis hin zum Bauträger.

Mit Ergebnissen, die gar sämtliche Hoffnungen übertreffen!

Dennoch, die guten Resultate sind eher selten gesät, und wir sehen uns noch immer konfrontiert mit gegenseitigem Unverständnis, das jeglichen signifikativen Fortschritt verhindert.

Auf der einen Seite lehnen es einige der Verfechter des Umweltschutzes ab, sich den wirtschaftlichen Zwängen zu stellen, da sie erwarten, ob zu Recht oder zu Unrecht sei dahingestellt, dass sie unrechtmäßig und bei der behandelten Problematik außer Acht zu lassen seien.

Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen, die als einzige Perspektive die Gewinnmaximierung unter Benachteiligung des Gemeinnutzes sehen und für die jeder ökologisch denkender Mensch einen gefährlichen Utopisten darstellt.

Fassen wir diese doppelte Realität zusammen: Engagierte Unternehmer, die ernsthaft dem Willen folgen, dem Umweltschutz eine gewichtige Rolle zuzuschreiben, und Abgeordnete, die die Unternehmen nicht besonders gut kennen und ihnen eher misstrauen, haben zueinander gefunden, und so ist die Idee eines Zusammenschlusses, des „Entreprendre Vert“, der „Grünen Unternehmung“, geboren, die einen Raum des Austausches und des Vertrauens gewährleistet.

Meine Damen und Herren, erlauben Sie mir nun, einige Zahlen und Ergebnisse anzuführen:
Natürliche Ressourcen

In Frankreich produziert die Baubranche ein Viertel der CO2-Emmissionen; sie verbraucht 50 Prozent der natürlichen Ressourcen und 50 Prozent der Energie. Die Menge an Baustellenabfällen (31 Millionen Tonnen jährlich) ist höher als die des Haushaltsmülls. Die Branche verbraucht 16 Prozent des gesamten Wasserbedarfs (zum Vergleich: 1 bis 2 Prozent werden zur menschlichen Ernährung verbraucht). Die Luftverschmutzung soll hier unberücksichtigt bleiben.

Die Fragen des Value Stream, der sauberen Baustellen und der ökologischen Bautätigkeit finden mehr und mehr Einzug ins Baugewerbe, auch wenn sich diese zumeist auf die Theorie beschränken und nur selten eine konkrete Ausführung am Bau haben.

Der Abbruch ist übrigens ein nur unzureichend bearbeitetes Thema.

Das Vorhaben Haute Qualité Environnementale

1996 wurde die Vereinigung Haute Qualité Environnementale, HQE (Hohe Umweltqualität) gegründet, die die öffentlichen Bauträger, Berufsverbände (Baugewerbe, Industrie, Ärzte, Entwicklungsabteilungen, Architekten und so weiter), Vereine et caetera miteinander verbindet.

Indem 14 Schwerpunkte aufgestellt wurden, konnte das Vorhaben HQE das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung technisch in den Bereich des Bauens und der Städteplanung eingliedern.

An dieser Stelle tritt ebenso der Begriff der Gesundheit zutage.

Zur Erinnerung: Nach dem ersten Ölpreisschock gelang es der französischen Behörde, eine durchaus effiziente Energiesparpolitik in der breiten Öffentlichkeit durchzusetzen.

Die berühmte „Jagd aus die Verschwendung“.

Ohne jedoch dabei die Berücksichtigung der Hülle (Isolation, Materialien mit thermischer Trägheit, die Prinzipien passiver Konstrukte usw.) zu empfehlen.

Mit der Folge, dass den Atomkraftwerken zu große Bedeutung beigemessen wurde.

Die Unmöglichkeit, elektrische Energie in großen Mengen zu speichern, führte dazu, dass Häuser vorrangig mit elektrischen Heizungen ausgestattet wurden. Die Nutzer verstopften die Ventilationsöffnungen, um Wärmeverluste zu vermeiden, und nach und nach wurden die Innenräume zu abgeschlossenen Zellen.

Das Observatoire pour la Qualité de l’Air Intérieur

Daraus entstanden gesundheitliche Probleme. Die Ärzte läuteten Alarm, da sich die Anzahl an Asthma-Erkrankungen und Allergien innerhalb von 20 Jahren verdoppelt hatte.

Dafür gibt es mehrere Ursachen, der Parameter „innere Luft“ ist jedoch nicht zu vernachlässigen.

Um über unabhängige Gutachten zu verfügen, wurde im Jahre 2001 von den französischen Behörden das Observatoire de l’Air Intérieur, das Observatorium für innere Luft, gegründet, dessen Vorsitz mir angetragen wurde.

Finanziert wird dieses von den Ministerien für Gesundheit, Umwelt, Wohnraum, dem ADEME, der Nationalen Agentur zur Verbesserung des Lebensumfeldes und dem Wissenschaftlich-technischen Zentrum für Bauwirtschaft, das hier auch als Betreiber fungiert. Das OQAI ist ein Programm, das ausschließlich mit öffentlichen Geldern finanziert wird.

Durch die überaus schlechte Problembewältigung in Hinblick auf Asbest (das Gutachten wurde von der Asbestindustrie bezahlt, die sich sehr präsent zeigt im Staatsapparat) und in Hinblick auf den Reaktorunfall in Tschernobyl (die atomare Wolke hatte an der französischen Grenze Halt gemacht) ist der Staat in ein sehr schlechtes Licht gerückt und hat den Vereinen einen gesteigerten Zulauf beschert.

Die Ergebnisse des OQAI hingegen müssen unbestreitbar sein.

Der wissenschaftliche Rat vereinigt die Spezialisten der Domäne aus ganz Frankreich und zieht zudem ausländische Experten hinzu, so dass eine transparente Arbeitsweise gewährleistet ist.

Unsere Arbeiten werden regelmäßig der Öffentlichkeit präsentiert. Zudem existiert die Möglichkeit des Austausches mit den Akteuren der Gesellschaft, das Comité Consultatif.

Die Daten sind auf unserer Internetseite einsehbar: http://www.air-interieur.org.

Um diesen Überblick abzuschließen, möchte ich noch erwähnen, dass wir mittels einer Untersuchung in nationalem Rahmen über zahlreiche und genaue Daten zum Zustand von 24.600.000 Hauptwohnsitzen in Frankreich verfügen.

Diese Daten dienen dazu, dass die öffentliche Gewalt Gesetze und Reglungen entwickeln kann, möglicherweise einige Substanzen verbieten lässt (was ich mir wünsche), die medizinischen und hilfsmedizinischen Stellen informieren und einige konstruktive Prinzipien modifizieren kann und auf die Verhaltensweisen einwirkt.

Ich möchte daran erinnern, dass die Gesundheit in Hinblick auf die Umwelt ein Teil der nachhaltigen Entwicklung darstellt.

Ihr Ziel sollte es eher sein, nach Mitteln zu suchen, die dazu dienen, die Menschen bei Gesundheit zu erhalten und nicht nur Mittel freizustellen, die ausschließlich zur Heilung bestimmt sind.

Um mich klar auszudrücken: Man sollte eher vermeiden, ein Loch in das System der Sozialversicherung zu graben als ständig seine Energie und sein Geld damit zu vergeuden, dieses Loch wieder zu stopfen.

Doch kehren wir zurück zu den Themen dieser Tagung.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ich keine Expertin des Tiefbaus bin. Und es ist verständlich, dass ich nicht versuchen werde, mich zu diesem Thema vor einer ganzen Gruppe von Professionellen dieser Branche zu äußern.

Das Wenige, das ich über Ihren Bereich kenne, wurde mir in einer Arbeitsgruppe beigebracht, in der es um die Erfassung von Seiten der Europäischen Kommission ging (in Bezug auf den Artikel 226 des Abkommens, das dazu bevollmächtigt, die Mitgliedsstaaten juristisch zu verfolgen, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen), die sich entschieden hatte, den französischen Staat vor den Gerichtshof zu zitieren (2004), da die Rahmenrichtlinie über die Abfallwirtschaft mit den nationalen Maßnahmen nicht ausreichend umgesetzt wurde.

Um genauer zu sein, die inerten Abfälle aus dem Bauwesen und dem Abbruch kommen in der französischen Rechtssprechung nicht in der Form vor, wie sie es eigentlich verdient hätten, denn sie unterstehen einer Rahmenrichtlinie.

Zu dieser Zeit richtete die Kommission ebenfalls eine letzte Mahnung an den französischen Staat, die aufgrund der zahlreichen weder autorisierten noch kontrollierten Deponien auf dem Territorium verfasst wurde.

Die französische Behörde hatte 2001 die Existenz und Bewirtschaftung von ungefähr 1400 solcher Standorte zugegeben. Dennoch genügen die getroffenen Maßnahmen noch immer nicht, um das Problem zu lösen und den Anforderungen der Rahmenrichtlinie sowie der Richtlinie über die Einrichtung von Deponien zu entsprechen.

Wie Sie sehen, gibt es noch allerhand zu tun bei uns, um die Achtung der Umweltnormen durchzusetzen.

Bei allem aber weiß ich, dass die Problematik, die mit der Ökonomie der Ressourcen verknüpft ist, uns alle etwas angehen und das dies einen Punkt darstellt, an dem wir unbedingt gemeinsam arbeiten sollten.

Derart gestaltet es sich seit nunmehr fast einem Jahr, denn wir arbeiten regelmäßig in Gemeinschaft mit Vertretern der EQAR an diesen Themen.

Ich möchte dabei die Gelegenheit nutzen, dem Präsidenten, Bernard Ober, für den Beitrag, den die EQAR bei unseren Überlegungen leistet, zu danken.

Jedesmal, wenn sich die Möglichkeit bietet, treiben wir die Notwendigkeit voran, die Normen, die Sie, Professionelle der Branche, seit langem fordern, zu erreichen.

Unsere regionalen Abgeordneten, die nunmehr den Unterhalt der Nationalstraßen zu bestreiten haben, erinnern wir daran, dass im Rahmen der der Departementsplanungen zur Verwaltung der Abfälle aus dem Hoch- und Tiefbau, ein Netzwerk zur Verarbeitung eingerichtet und ein mehrere Berufssparten umfassender Kreislauf organisiert werden muss, der es ermöglicht, recycelte Produkte auf den Markt zu bringen. Diese Faktoren bedeuten für den Straßenbereich:

• Die Auf- und Wiederverwertung von Abfällen aus dem Straßenbau.
• Die Verwendung von Recyclingmaterialien aus dem Hoch- und Tiefbau, vor allem aber aus dem Straßenbau, und dies für den Straßenbau.

Wir legen ebenso Wert auf die Tatsache, dass die Annahme von mineralischen Abfallstoffen aus Baustellen und ihre Transformation zu Recyclinggranulaten den Abbau von nicht erneuerbaren mineralischen Ressourcen (in Kiesgruben und Steinbrüchen) zur Herstellung von Sand und Kies verringert und sich zudem Platz sparend auf die Lagerkapazitäten von Abfällen auswirkt.

Was die öffentlichen Ausschreibungen anbetrifft, eine Sache, die Sie genauer interessieren wird, so gehen wir mit der EQAR einher in der Ansicht, dass nur ein striktes Engagement der öffentlichen Entscheidungsträger eine systematische Verwendung von Recyclingmaterialien in einem Teil der Instandsetzungsmaßnahmen der Straßen durchsetzen kann, und dass eine Priorität in Hinblick auf die Verwendung von Recyclingmaterialien bei Neubauten durchgesetzt werden muss.

Dies ist momentan die einzige Möglichkeit, die eine ökonomische Lebensfähigkeit des Recyclings von Materialien aus dem Tiefbau garantieren kann.

Ebenso wichtig ist es, dass Zusagen gegeben werden können, die ein bestimmtes Volumen auf Dauer garantieren.

Als Schlussfolgerung kann ich mich nur glücklich schätzen, dass Organisationen wie die EQAR den Mut besitzen, eine Herangehensweise zu verteidigen, die sowohl die ökonomische als auch ökologische und soziale Relevanz miteinander verbindet.

Was mich betrifft, so bin ich von der Notwendigkeit einer gemeinsamen Herangehensweise an solch wichtige Themen wie die einwandfreie Verwaltung von natürlichen Ressourcen überzeugt.

Ich möchte meine Rede beschließen, indem ich Ihnen noch einmal dafür danke, dass Sie mich eingeladen haben, an Ihrer Tagung teilzunehmen.



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